Schwandorf: Heimat der Bayernhymne

„Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland.“ – Die Melodie zu diesem Lied stammt aus der oberpfälzischen Stadt Schwandorf, oder besser gesagt, ihr Komponist. Konrad Max Kunz wurde als Sohn des Türmers der Stadt geboren, im Jahr 1860 komponierte er das Lied, das später zur Bayernhymne werden sollte. Noch heute erinnert vieles in der Stadt an ihren berühmten Sohn: Im Blasturm, in dem Kunz geboren wurde, erzählt ein Museum von ihm. Und zweimal täglich erklingt die Bayernhymne in Schwandorf – gespielt vom Glockenspiel auf dem Unteren Marktplatz.

Der Blasturm ist gleichzeitig das Wahrzeichen Schwandorfs. Er war einst Teil der Stadtmauer und ist noch heute gut erhalten. Das Museum in ihm erzählt auch vom Leben als Türmer in früheren Jahrhunderten. Etwa in den gleichen Jahren, als Konrad Max Kunz die Bayernhymne komponierte, diente der Blasturm einem berühmten deutschen Künstler als Inspiration: Carl Spitzweg, der Maler des deutschen Biedermeier, malte den Turm, als er auf einer Reise Station in Schwandorf machte. Carl Spitzweg war im Gasthof zur Post einquartiert, der noch heute existiert, und der einen weiteren sehr berühmten Gast auf seiner Liste vermerken kann: Auch Johann Wolfgang von Goethe nächtigte hier.

Alles in allem hat Schwandorf viel Sehenswertes und viel Geschichte zu bieten – und das nicht erst seit kurzem. Bereits zur Römerzeit existierte hier eine Siedlung, ideal an der Naab gelegen, die einst ein wichtiger Handelsweg war. Wie Schwandorf aus einem Hirten- oder Handelsdorf zu dem wurde, was es heute ist, informiert das sehenswerte Stadtmuseum. Aber auch im Stadtkern erzählen viele Bauwerke von Damals: Der Pfleghof etwa oder die Rauchkuchel im Färberhaus ebenso wie der Gasthof zur Post und die ehemalige Spitalkirche, die heute Raum für Veranstaltungen aller Art bietet. Ein herrlicher Blick auf diese Altstadt bietet sich vom Stadtpark aus, der sich auf einer Naabinsel befindet.